Praxis für Krankengymnastik
Marco Aalbers
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News

PREHAPS – Innovative Studie zur Vermeidung von Schluckstörungen beginnt

Schluckstörungen sind nicht nur unangenehm, sie können bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren auch problematische Komplikationen herbeiführen. Um diese daher gar nicht erst entstehen zu lassen, untersucht eine Studie am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) Präventionsstrategien. Dieses Leuchtturm-Projekt wird mit 567.000 Euro vom Gemeinsamen Bundessausschuss (G-BA) gefördert.

Mehr als 50 Prozent der Patienten mit einem Tumor im Kopf-Hals-Bereich entwickelt vor, während oder nach der Therapie eine Schluckstörung. Diese kann unter anderem zu einer Lungenentzündung, Mangelernährung oder sogar zur Abhängigkeit von einer Ernährungssonde führen. Bisher erhalten Patienten daher nach Abschluss ihrer onkologischen Therapie eine ambulante oder stationäre Schluckrehabilitation. Die Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des UKR geht mit der Studie PREHAPS („The effect of phoniatric PREhabilitation in Head and neck cancer patients on Aspiration and Preservation of Swallowing“) nun einen neuen Weg. Bereits vor Beginn der onkologischen Behandlung wird eine logopädische Schluckübungstherapie eingeleitet. Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob diese präventive Maßnahme die spätere Schluckfunktion und damit die Lebensqualität der Patienten verbessert. Die aktuell im Juli 2022 beginnende Pilotstudie wird vom Innovationsfond des G-BA mit 567.000 Euro gefördert.

Ein „Leuchtturm-Projekt“ nennt es Professor Dr. Peter Kummer und meint damit den innovativen Ansatz sowie den möglichen Nutzen von PREHAPS. „Wenn unsere Studie Erfolg hat, könnten wir Schluckstörungen bei Patienten mit Tumoren im Kopf-Hals-Bereich zum frühestmöglichen Zeitpunkt erkennen und behandeln. Dadurch wollen wir die normale Schluckfähigkeit und damit verbunden auch eine weitestgehend normale Ernährung bereits während der Tumorbehandlung erhalten und sicherstellen – eine enorme Erleichterung für unsere Patienten, die sich ohnehin in einer belastenden Situation befinden“, so der Leiter der Sektion für Phoniatrie und Pädaudiologie an der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des UKR.

Durch gezielte Übungen Lebensqualität erhalten und verbessern

Insgesamt sollen 70 Patienten in die wissenschaftliche Untersuchung mit einbezogen werden. Im ersten Schritt wird dabei der Schluckvorgang endoskopisch untersucht. Dabei wird der Patient ausführlich über seine individuelle Schluckfähigkeit und mögliche Gefährdungen informiert und wie er diese meistern kann. Was daran anschließt, ist ein Stück Neuland, zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt, erklärt die leitende Logopädin, Sarah Weinhut: „Wir werden die Patienten dann ganz gezielt zu bestimmten Schluckübungen beraten und anleiten, die sie bereits im Vorfeld und dann auch während der Tumorbehandlung durchführen sollen, mehrfach am Tag. So kräftigen wir die am Schluckvorgang beteiligten Muskeln und verbessern ihre Beweglichkeit, damit diese die durch den Tumor oder seine Behandlung verursachte Schwächung besser verkraften und kompensieren können.“

Das Studienteam besteht aus Vertretern verschiedener Berufsgruppen aus Medizin, Biometrie und Statistik, Logopädie, Psychologie und Ernährungsberatung. Im Verlauf eines Jahres sind regelmäßige Nachuntersuchungen vorgesehen, die den Erfolg des innovativen Ansatzes überprüfen. PD Dr. Julian Künzel, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde des UKR und Studienleiter, erklärt: „Bei PREHAPS wollen wir den Nutzen dieser frühzeitigen, gezielten Untersuchung von Schluckstörungen und ihrer Therapie ganz genau prüfen. So soll die Schluckfähigkeit schon während der Tumorbehandlung bewahrt werden. Dies kann die Lebensqualität unserer Patienten und die Bewältigung der Erkrankung generell verbessern. So ist es doch schon eine Erleichterung, wenn man auch weiterhin im Kreis der Familie an gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen kann. Andererseits sollen gefährliche Folgen von Schluckstörungen wie z.B. eine Lungenentzündung oder Mangelernährung vermieden werden.“

Seit Mitte Juli 2022 können Patienten in die Studie miteingeschlossen werden, die innerhalb der nächsten eineinhalb Jahre am Universitätsklinikum Regensburg behandelt werden, sei es in der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde oder jene, die in Regensburg oder der Region eine Strahlentherapie erhalten. Für Fragen und weitere Informationen steht Gerda Pfleger, die Studienkoordinatorin, unter T 0941 944-9488 und per Mail an prehaps@uni-regensburg.de zur Verfügung.

Patienten profitieren unmittelbar von Ergebnissen der Studie

Der Direktor der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Leiter des Kopf-Hals-Tumor-Zentrums am UKR, Prof. Dr. Christopher Bohr, hebt hervor: „Das Projekt setzt wirklich neue Maßstäbe, es steht sinnbildlich für die äußerst fruchtbare interdisziplinäre Zusammenarbeit im Kopf-Hals-Tumor-Zentrum des UKR. Ich bin überzeugt, dass diese Studie äußerst interessante Ergebnisse liefert und starken Einfluss auf zukünftige Behandlungsstrategien in der Kopf-Hals-Onkologie nehmen wird.“ Auch Professor Dr. Tobias Pukrop, Direktor des Comprehensive Cancer Center Ostbayern (CCCO), betont: „Interdisziplinäre onkologische Krankenversorgung und Forschung hat am CCCO allergrößte Bedeutung: PREHAPS ist hier wirklich ein exzellentes Beispiel. Genau diese Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Naturwissenschaftlern und Forschern anderer Fachrichtungen will das CCCO unterstützen und so erreichen, dass Erkenntnisse aus der Forschung effizient und zeitnah in die klinische Praxis übertragen werden, Patienten also unmittelbar von neuen wissenschaftlichen Ansätzen profitieren. Ich bin überzeugt, wir tragen mit PREHAPS dazu bei, die Lebensqualität von Krebspatienten mit Kopf-Hals-Tumoren weiter zu verbessern.“ Bildunterschrift: Prof. Dr. Peter Kummer und Sarah Weinhut führen eine videoendoskopische Schluckuntersuchung durch.

Muskel-Skelett-Erkrankungen wirksam vorbeugen

Fast 25 Prozent aller Arbeitsunfähigkeitstage in Deutschland sind auf Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems zurückzuführen. Sie sind zweithäufigste Ursache für Frühverrentungen. Wie entstehen Muskel-Skelett-Belastungen, und was kann man dagegen tun? Antworten auf diese Frage finden Sie in der neuen Ausgabe des Kundenmagazins HUNDERT PROZENT der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW)

HUNDERT PROZENT zeigt, was Unternehmen gegen Zwangskörperhaltungen tun und wie sie sich für Fitness und Gesundheit ihrer Beschäftigten einsetzen. Experten diskutieren darüber, wie die Prävention von Muskel-Skelett-Erkrankungen nachhaltig sein kann.

Weitere Themen: Schmerz-Sprechstunde an der BGU Frankfurt und das neue Informationsportal der Prävention "Der sichere Supermarkt". Außerdem startet unsere Selbstverwaltungs-Serie: Kristina Kroß (Betriebsrätin bei Kaufland, Arbeitnehmerseite) und Bernd Huber (Rewe-Marktbesitzer, Arbeitgeberseite) berichten, warum sie sich ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der BGHW engagieren.

Zum Herunterladen: Infografik "Langes Stehen und Sitzen im Job"

Zum Ansehen: "Langes Sitzen im Job", "Langes Stehen im Job"

Dranbleiben: Trotz Hitze

"Wer Kraft braucht, benötigt trainierte Muskeln. Diese einfache Regel gilt für Alltag, Arbeit und Freizeit."

Werner Kieser, Gründer Kieser Training

Der von Werner Kieser aufgestellte Leitsatz gilt auch für die heiße Jahreszeit: Unsere Muskeln sind die Basis für einen starken Körper und ein aktives Leben. Krafttraining steigert Muskelmasse und Kraft und fördert Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit. Allerdings hat uns derzeit die Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad fest im Griff. Dann ist es gar nicht so einfach, Disziplin zu bewahren und den Weg zum Krafttraining anzutreten. Erst recht nicht, wenn man sich stattdessen im Freibad vergnügen oder den Abend auf der Terrasse genießen kann. Aber: Unsere Muskeln kennen keine Sommerpause. Lassen wir das Krafttraining zu oft oder zu lange ausfallen, riskieren wir den Rückgang von Muskelmasse und Kraft. Was also tun?

1. Passende Trainingszeit wählen

Viele Menschen haben feste Tage und Zeiten, an denen sie trainieren. Das ist auch gut so, denn die Routine hilft, Gewohnheiten umzusetzen. In besonders heißen Zeiten kann es allerdings hilfreich sein, vorab den Wetterbericht zu prüfen und das Training auf weniger heiße Tage und/oder Tageszeiten zu verlegen - etwa auf den frühen Morgen oder den späteren Abend.

2. Leichte Trainingskleidung tragen

Außerdem sollten Sie im Sommer angemessene Trainingskleidung tragen. Leichte, dünne und atmungsaktive Materialien helfen, die Wärme vom Körper abzutransportieren. Die Kleidung sollte zudem weit genug sein, damit Sie sich uneingeschränkt bewegen können und die Luftzirkulation auf der Hautoberfläche nicht beeinträchtigt wird.

3. Sich selbst motivieren mit positiven Gedanken

Um auch an heißen Tagen motiviert zu bleiben, helfen positive Gedanken. Oft reicht schon ein kurzer negativer Gedanke, um unsere Vorsätze zunichtezumachen. Statt: "Es ist eh zu heiß, ich gehe lieber ins Freibad" hilft ein Satz wie: "Je stärker ich bin, desto leichter fühle ich mich." Sich seine Motivation auf einen Zettel zu notieren und gut sichtbar beispielsweise an die Wohnungstür zu kleben, kann helfen. Oder Sie pinnen sich ein motivierendes Foto an den Kühlschrank. Ist die Trainingstasche schon gepackt, fällt der Schritt zum Training dann oft gar nicht mehr schwer.

4. Ausreichend Trinken

Außerdem ist es bei extremer Hitze wichtig, dem Körper über den Tag ausreichend Wasser zuzuführen und den Flüssigkeitsverlust durch Schwitzen auszugleichen. Denn: Unser Körper besteht zu 60 bis 70 Prozent aus Wasser und schon bei einem Verlust von 1 bis 1,5 Litern sinkt unsere Leistungsfähigkeit. Trinken Sie also mindestens 1,5 bis 2 Liter pro Tag - bei Hitze oder körperlicher Aktivität darf es auch mehr sein.

11.08.2022 DGA | Quelle: Kieser Training GmbH (news aktuell)

Mobile Senioren sicher auf dem Pedelec: Helm, angepasstes Tempo und Fitness-Check

Ältere Menschen sind sich häufig nicht bewusst, dass ihre oft schwächere Konstitution und das anspruchsvolle Handling der schweren Pedelecs das Unfall- und Verletzungsrisiko erhöhen. Daher empfehlen Orthopäden und Unfallchirurgen einen Helm zu tragen, angepasstes Tempo und regelmäßig einen Fitness-Check. Denn im letzten Jahr ist die Zahl der durch einen Unfall verletzten Pedelec-Fahrer gestiegen, besonders Senioren und Seniorinnen sind gefährdet.

„Pedelecs und E-Bikes sind motorisierte Fahrzeuge. Daher sollte bei aller Freude an der Bewegung nicht unterschätzt werden, dass mit einer konstant erhöhten Geschwindigkeit die Anforderungen zunehmen“, sagt Prof. Dr. Benedikt Friemert, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) anlässlich der heute veröffentlichten Verkehrsunfallstatistik für 2021 mit 84.125 verunglückten Fahrradfahrern.

Orthopäden und Unfallchirurgen empfehlen für eine sichere Fahrt mit dem Pedelec: • Tragen eines Fahrradhelms oder Fahrrad-Airbags auch bei kurzen Fahrten
• Volle Aufmerksamkeit beim Fahren
• Defensive Fahrweise bei nicht zu hohem Tempo
• Regelmäßiger Gesundheitscheck zur Prüfung von Sehen, Hören und Reaktionsfähigkeit
• Prüfung von Einschränkungen der Fahrtüchtigkeit infolge Medikamenteneinnahme

Pedelecs werden bei Seniorinnen und Senioren immer beliebter, denn Radfahren stärkt die Muskeln und hält die Gelenke beweglich. Außerdem wird der persönliche Radius der Mobilität vergrößert. Mit der elektrischen Unterstützung ist das Fahrradfahren mit weniger Kraftaufwand möglich, man kann sich klimafreundlich fortbewegen und den Bewegungsradius erhöhen. Die Gruppe der älteren Menschen macht einen großen Anteil der Pedelecfahrer aus, gleichzeitig ist sie am meisten gefährdet. „Grundsätzlich ist Eigenverantwortung und ein bisschen persönliche Zurückhaltung gefragt. Dann bleibt der Fahrradspaß mit den Pedelecs auch im Alter noch lange erhalten“, sagt Friemert.

Ältere Fahrradfahrer verunfallen und verletzen sich häufiger. Zahlen des Statistischen Bundesamts belegen, dass bereits im Alter von 55 Jahren das Risiko steigt, bei einem Fahrradunfall schwer verletzt oder getötet zu werden. Ab dem 75. Lebensjahr ist das Risiko am höchsten. Laut Statistischem Bundesamt verunglückten im Jahr 2021 insgesamt 84.125 Fahrradfahrer bei einem Verkehrsunfall, davon 17.045 mit dem Pedelec. 372 Fahrradfahrer verunglückten tödlich, darunter 131 auf einem Pedelec. Gegenüber 2020 ist die Zahl der Verkehrstoten bei den Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrern mit 12,7 Prozent überdurchschnittlich zurückgegangen. Gleichzeitig stieg die Zahl der Pedelec-Fahrer und -Fahrerinnen, die bei einem Unfall verletzt wurden.

Daten aus dem TraumaRegister DGU® (TR-DGU) zeigen, dass bei schweren Fahrradverletzungen vor allem der Kopf betroffen ist. Doch gerade Senioren sehen oft nicht die Bedeutung des Fahrradhelms für die eigene Sicherheit und verzichten auf das Tragen eines Helms. So liegt die Helmtragequote bei den über 60-jährigen unter 30 Prozent. „Das ist deutlich zu wenig. Viele ältere Menschen überschätzen ihre Kraft, Reaktionsgeschwindigkeit und Kondition. Bei einem Unfall setzen sie sich einer unnötig hohen Verletzungsgefahr aus“, sagt Dr. Christopher Spering, Leiter der DGOU-Sektion Prävention. Denn ein aktivierter Kopfairbag oder ein Fahrradhelm dämpfen die bei einem Unfall auf den Kopf einwirkenden Kräfte, das führt zu weniger schweren Kopfverletzungen. Zudem können tödliche Hirnverletzungen um 60 bis 70 Prozent reduziert werden.

Gerade weil der Verkehr immer dichter und die Fahrradwege immer voller werden, sollten sich fahrradbegeisterte Seniorinnen und Senioren bei einem Umstieg auf ein Pedelec in jedem Fall für einen Medizin-Check entscheiden, auch wenn sie sich insgesamt noch rüstig fühlen. Jedoch können nachlassende Fähigkeiten beim Sehen oder Hören die Reaktionsfähigkeit empfindlich einschränken, so wie auch Medikamente, die starke Nebenwirkungen haben. „Da das Pedelec kein reines Sportgerät, sondern ein Fahrzeug ist, mit dem man aktiv am Straßenverkehr teilnimmt, braucht es angesichts eines dynamischen Umfelds im Straßenverkehr volle Aufmerksamkeit und das Tempo sollte den eigenen Fähigkeiten entsprechen“, sagt Spering. Weil ältere Menschen in der Regel weniger Körperstabilität und Kraft haben, wirkt sich der Einfluss von höheren Geschwindigkeiten auf die Unfallschwere negativ aus. Da viele Blutverdünner einnehmen, kann es bei Stürzen zu lebensgefährlichen Blutungen kommen. Das Sterberisiko ist bei Älteren, die in Fahrradunfälle verwickelt sind, wesentlich größer ist als bei Jüngeren.



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